Am Samstag, den 26.09.2009, warteten die Menschen nicht nur auf die anstehende Bundestagswahl, sondern auch ein Kunstprojekt auf dessen Befreiung. Die „Chemie der Erinnerung“ ist ein Kunstwerk und eine Geschichtsverarbeitung zum Thema Deportation württembergischer Juden aus Stuttgart. Die Fotografien wurden in gemeinschaftlicher Kreativität von Lutz Schelhorn und Stefan Mellmann entwickelt. Doch über die Jahre hat sich die Natur, dass Gelände zurückerobert und die Kunstwerke kaum sichtbar und zugänglich werden lassen.
Daher entstand die Idee, einmal das Gelände wieder frei zu räumen und gleichzeitig die Geschichte wieder in Erinnerung zu bringen. Die Künstler holten sich natürlich Unterstützung, und so kam es, dass wir von der Stuttgart Connection, die Schulklasse 9 aus der Rosensteinschule und Freunde sich am Samstag um 10 Uhr am Gelände trafen. Nach einer kleinen Stärkung ging es dann bei strahlend blauen Himmel und spätsommerlicher Wärme mit Hacke und Rechen (Leihgaben des Gartenbauamts und des Garten- und Landschaftsbauers Rüdiger Jakob) an die Arbeit und dem Gestrüpp an die Wurzel. Alle waren froh, als die ersten lichten Stellen sich zeigten und die neuen Wege Gestalt annahmen.
Um einen besseren Bezug zu der Hintergründen des Kunstwerke und des Standorts am Nordbahnhof zu bekommen, besuchte uns Herr Dr. Michael Kienzle. Als geschäftsführendes Vorstands-Mitglied der Stiftung „Geißstraße 7“, die sich für den Bau der Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ eingesetzt hatte, gab er uns einen Einblick in die nationalsozialistische Vergangenheit Stuttgarts. Lutz Schelhorn und Stefan Mellman spannten dann den Bogen zu ihrem Kunstwerk hier am Nordbahnhof. Allen Helfern gab dies noch einen neuen Schub an Motivation.
So ging es anschließend mit flinken Händen weiter, und zum Nachmittag war das Werk vollendet. Alle Fotografien sind wieder über kiesbedeckte Wege erreichbar und eine angenehme Gegend zum Verweilen ist entstanden. Wie üblich für Projekte mit der Stuttgart Connection gab es dann noch einen geselligen Teil. Wir entspannten beim Grillen noch alle gemeinsam und blinzelten immer mal wieder stolz auf unser verrichtetes Werk.
In diesem Sinne ist nun alles für einen Neustart bereit. Die Kunstwerke aus dem Projekt „ Chemie der Erinnerung“ laden am Nordbahnhof jeden zum Betrachten und Gedanken schweifen lassen ein. Allen Helfern wollen wir hiermit nochmal unseren großen Dank ausdrücken und hoffen auf viele weitere aktive Einsatze für einen guten Zweck.































